“Lupe wurde extra herbeigebracht, um Doña Soledad rund um die Uhr zu überwachen”, fuhr Julian fort, seine Stimme zitterte vor Wut. “Sie haben jeden Brief, jede Nachricht und jeden Anruf abgefangen, den deine Mutter versucht hat, während du unterwegs warst. Wann immer deine Mutter versuchte, dir die Wahrheit zu sagen, griff Lupe ein, beschlagnahmte ihr Handy und bedrohte sie.”
“Womit soll ich ihr drohen?” Gabriels Stimme war ein Flüstern absoluter Angst.
Julian spielte eine Tondatei ab, die vor achtzehn Tagen in der Küche des Anwesens aufgenommen wurde.
Die Lautsprecher zischten, und dann kam Lupes scharfe, heisere Stimme glasklar durch:
“Hör mir gut zu, du elender alter Bauer. Wenn du auch nur ein Wort zu Gabriel über deine Arbeit hier oder über die Medikamente sagst, wird Fernanda dafür sorgen, dass diese beiden kleinen Jungen rechtlich als ungeeignet für deine Obhut erklärt werden. Wir haben Ärzte, die unter Eid schwören, dass du senil, gewalttätig und verrückt bist. Gabriel wird keine andere Wahl haben, als dich in eine staatliche Anstalt zu stecken, und du wirst Santiago oder Mateo nie wiedersehen. Verstehst du mich?”
Dann kam das zerbrechliche, gebrochene Schluchzen von Doña Soledad:
“Bitte… Bitte nimm meine Enkelkinder nicht weg… Ich putze… Ich putze, was du willst… Lass mich sie nur nachts halten…”
BANG!
Gabriels Faust schlug mit solcher Wucht gegen den massiven Eichenschreibtisch, dass das Holz direkt in der Mitte riss. Einer der Glasmonitore wackelte heftig.
Gabriel stand auf, seine Brust hob und senkte sich, sein Atem war so stoßweise, dass er wie ein wildes Tier aussah, das an den Rand des Wahnsinns gedrängt war.
Sie hatten sie nicht nur vernachlässigt. Sie hatten sie nicht nur zum Putzen gezwungen. Sie hatten seine eigenen Kinder gegen seine zerbrechliche, hingebungsvolle Mutter eingesetzt und ihre leidenschaftliche, bedingungslose Liebe zu ihren Enkeln als Käfig benutzt, um sie still zu quälen.
“Wo ist Lupe?” fragte Gabriel, seine Stimme so erschreckend sanft, dass Julian instinktiv einen Schritt zurücktrat.
“Sie… sie ist in den Personalquartieren unten”, stammelte Julian. “Sie hat vor zwanzig Minuten versucht, durch das Service-Tor zu gehen, aber das Außensicherheitsteam hat den Perimeter abgeriegelt.”
“Und Schwester Valenzuela?”
“Sie ist derzeit in einem privaten medizinischen Spa in Polanco”, sagte Julian und schaute auf seinen Bildschirm. “Ich bezahle eine luxuriöse Hautbehandlung mit der Firmenkreditkarte, die du für Doña Soledads medizinische Kosten ausgestellt hast.”
Gabriel zog langsam die oberste Schublade seines Schreibtischs auf. Darin lag ein ledergebundener Ordner mit den Urkunden aller Immobilien, jedes Vermögenswerts und jeder juristischen Person, die mit seinem Namen verbunden war. Er zog ein schwarzes Ledernotizbuch hervor, steckte einen schweren Platinstift in die Tasche und sah Julian an.
« Julian », dit Gabriel, sa voix totalement dépourvue de chaleur, entièrement concentré sur un objectif unique et destructeur. « Appelez le commandant de la police fédérale du district – le général Ramirez. Dis-lui que j’invoque des lois d’urgence pour protéger les entreprises face à un réseau d’extorsion et de terrorisme domestique en cours dans mon appartement. »
« Compris », acquiesça Julian d’un air sombre.
« Et appelle la force de sécurité privée dans mon hangar à l’aéroport de Toluca », ajouta Gabriel, les yeux brûlant d’un feu impie. « Dis-leur de clouer immédiatement au sol le jet privé de la famille Ortega. Personne ne quitte Mexico ce soir. »
Gabriel se tourna vers la porte, sa grande silhouette trônant dans la lumière douce du bureau.
« Où vas-tu, Gabriel ? » demanda Julien.
« En bas », répondit Gabriel, sa voix résonnant dans le couloir. « J’ai une gouvernante à congédier. Et de nettoyer une maison. »